
Ziele und Zwecke des Eingriffs
Die Ballonerweiterung oder auch Ballondilatation (PTCA) genannt, ist ein inzwischen sehr bewährtes Mittel der Behandlung von Herzkranzgefäßverengungen oder -verschlüssen. Das Prinzip beruht darauf, dass eine Verengung oder der Verschluss mittels eines Drahtes passiert wird. Über den Draht wird ein Ballon geschoben und dieser anschließend aufgedehnt. Die Ablagerungen werden dabei in die Gefäßwand gedrückt und ein Kanal geschaffen, sodass die Durchblutung des Herzmuskels komplett wiederhergestellt wird. Fast immer wird anschließend eine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt. Angezeigt ist der Eingriff meist bei Erkrankung nur einer oder zweier Herzkranzarterien, wenn sich der Befund, der zunächst durch Herzkatheter zu erheben ist, dafür eignet. Da es sich um einen Eingriff ähnlich einer Operation per Herzkatheter handelt, ist eine entsprechende Überwachung über in der Regel 24-48 Std. notwendig. Wenn es nicht innerhalb der ersten 4-6 Monate zu einer Wiederverengung kommt, ist mit einem langfristigen Erfolg mit Beschwerdefreiheit oder erheblicher Beschwerdeminderung zu rechnen.
Wo wird der Eingriff durchgeführt?
Unsere Praxis betreibt seit Jahren einen eigenen Herzkathetermessplatz mit modernster technischer Ausrüstung. Zur Gewährleistung optimaler Patientensicherheit befindet er sich im Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf. Im Rahmen einer "Apparategemeinschaft Herzkatheter am EVK Düsseldorf" wird die Abteilung gemeinsam mit der Abteilung für Kardiologie (Chefarzt Prof. Dr. E. Vester) genutzt. Die Einrichtungen der Klinik, wie z.B. die Intensivstation, stehen, falls es einmal notwendig sein sollte, zur Verfügung. Selbstverständlich werden alle Maßnahmen in enger Absprache mit uns durchgeführt. Die stationäre Überwachung erfolgt auf den Stationen 6B und 7B der Kardiologischen Abteilung.
Die Kardiologen der Apparategemeinschaft gehören zu den weingen niedergelassenen Kardiologen in NRW, die selbst stationäre Therapie in einer Herzklinik der Maximalversorgung erbringen. Seit mehr als 10 Jahren hat Dr. Kister unter den niedergelassenen Kardiologen in Düsseldorf die größte Prozedurfrequenz bezüglich Untersuchung und Behandlung (Dilatation / Stent).
Wie wird der Eingriff durchgeführt?
Grundsätzlich ist das Vorgehen ähnlich der Linksherzkatheteruntersuchung. Vorbereitung und Einführung des Katheters geschehen wie dort geschildert. Es werden zunächst Medikamente zur Gerinnungshemmung und zur Erweiterung der Herzkranzarterien gespritzt. Durch den in der Kranzarterie liegenden Katheter wird nach Darstellung der Kranzarterie zunächst ein sehr weicher, flexibler Führungsdraht über die Kranzgefäßverengung vorgeführt. Über diesen als Leitschiene wird dann der eigentliche Ballonkatheter nachgeführt und der Ballon in der Verengung unter hohem Druck aufgeweitet, unter Umständen auch mehrfach. Ist der Erfolg nicht befriedigend oder kommt es zu einer lokalen Komplikation, wie beispielsweise deutlichem Einriss der Gefäßinnenhaut oder Wiederverengung der Arterie, kann ein Stent (Gefäßstütze aus metallischem Maschenwerk, eventuell mit verschiedenen Beschichtungen) eingesetzt werden. Nach Kontrolle durch Darstellung des Gefäßes wird der Katheter entfernt. Die Schleuse wird nach einer Stunde entfernt.
Was ist vor und nach dem Eingriff zu beachten?
Vor dem Eingriff gelten dieselben Richtlinien wie zur Linksherzkatheteruntersuchung, ebenso nach dem Eingriff. Größere Belastungen sind für einige Tage zu meiden. Falls Herzbeschwerden wiederauftreten, ist sofort Kontakt mit dem behandelnden Kardiologen aufzunehmen.
Wie ist die weitere Behandlung nach dem Eingriff?
Die Medikamentenbehandlung wird nach dem Eingriff individuell festgelegt. Zumeist ist eine Reduktion der Medikamentendosis möglich. Wenn eine zweite Verengung einer Kranzarterie besteht, wird diese oft erst in einer zweiten Behandlungssitzung angegangen. In jedem Fall sind regelmäßige kardiologische Kontrolluntersuchungen notwendig.
